Auf frem­den Büh­nen – Ein Inter­view mit Dani­el Boks­horn

7. Dezember 2025

Daniel ist eigentlich Mitglied bei den Bochumer Toastmasters. Für dieses Interview war er zu Besuch in Münster. Wir sprechen über die Unterschiede zwischen den Klubs, den „Speaker's Jam“ als spannende Veranstaltung für Redner*innen und warum es sich lohnt, auch mal mutig den eigenen Klub zu verlassen.

Geschrieben von Robin

am 7. Dezember 2025

Du bist Mit­glied bei den Bochu­mer Toast­mas­ters, bist jetzt hier zu Gast bei Selbst­re­dend Müns­ter Toast­mas­ters. Ich wür­de ger­ne fra­gen, wo es Dir bes­ser gefällt, aber ich habe Angst vor der Ant­wort. Des­halb fra­ge ich mal so: Wo siehst Du die Unter­schie­de zwi­schen die­sen bei­den Klubs?

Der größ­te Unter­schied zwi­schen dem Klub in Müns­ter und Bochum ist die Locker­heit hier. Wenn man hier rein­kommt und auf der Büh­ne steht, fühlt man sich sehr fami­li­är und will­kom­men. Die Atmo­sphä­re ist total ent­spannt. In Bochum ist das etwas anders. Wir sind dort viel­leicht ein Stück strik­ter und peni­bler. Wir wol­len die Agen­da schnell abar­bei­ten und als Publi­kum sind wir wäh­rend der Reden nicht so offen oder fröh­lich gegen­über den Red­nern. Hier in Müns­ter emp­fin­de ich das Publi­kum viel ent­spann­ter, was dem Red­ner ein rich­tig gutes Gefühl gibt, auf der Büh­ne zu ste­hen.

Du weißt ja, dass das Inter­view auf der Web­site erschei­nen kann. Was, wenn die Bochu­mer das lesen? Wer­den sie Dir böse sein?

Nein, die Bochu­mer sind über­haupt nicht böse. Sie sind sehr selbst­re­flek­tie­rend und ver­ste­hen das hun­dert­pro­zen­tig. Das ist ja auch das Coo­le an unse­rem Klub: Wir ver­brin­gen viel Zeit zusam­men, ken­nen uns gut. Wir wis­sen genau, wo die Stär­ken und Schwä­chen des Klubs lie­gen und arbei­ten gemein­sam dar­an, ihn bes­ser und grö­ßer zu machen, damit noch mehr Men­schen selbst­be­wusst vor Leu­ten spre­chen ler­nen.

Span­nend. Du hast in die­sem Jahr den „Speaker’s Jam“ orga­ni­siert. Kannst Du kurz erklä­ren, was der „Speaker’s Jam“ genau war? Und wie war Dei­ne Erfah­rung?

Sehr ger­ne, Robin. Der „Speaker’s Jam“ war ein Event, bei dem sich alle Toast­mas­ters aus der Area und Umge­bung an einem Sams­tag tref­fen konn­ten, um vor einem neu­en Publi­kum zu spre­chen. Der Grund, war­um ich den „Speaker’s Jam“ ins Leben geru­fen habe, war, den erfah­re­nen Red­nern aus unse­ren Klubs die Mög­lich­keit zu geben, den nächs­ten Schritt zu wagen – näm­lich vor Leu­ten zu spre­chen, die sie noch nicht ken­nen. Immer noch in einem siche­ren, unter­stüt­zen­den Umfeld. Es geht dar­um, aus der Kom­fort­zo­ne raus­zu­ge­hen.

Ich hät­te nie gedacht, wie schwer es ist, 30 Leu­te an einem Sams­tag zu einem sol­chen Event zu bewe­gen. Anfangs dach­te ich, das wäre ein­fach: Büh­ne auf, Leu­te kom­men und reden. Aber der Orga­ni­sa­ti­ons­auf­wand war enorm, rund 80 bis 100 Stun­den. Es war viel Arbeit, vie­le über­zeu­gen und alles koor­di­nie­ren.

Das klingt echt krass. Ich war ja selbst dort, habe auch eine Rede gehal­ten. Für mich war es super ent­spannt, ein­fach hin­zu­ge­hen und die­se nächs­te Stu­fe zu machen, aber ohne Wett­be­werbs­druck, ohne Plat­zie­run­gen. Ein­fach vor einem grö­ße­ren, unbe­kann­ten Publi­kum zu spre­chen. Dan­ke, dass Du uns die­se Mög­lich­keit gege­ben hast.

Das freut mich sehr zu hören, Robin!

Du bist ja kein Neu­ling hier. Besuchst Du auch ande­re Klubs oder bist Du mitt­ler­wei­le Fan von Selbst­re­dend?

Mitt­ler­wei­le seid ihr hier mein Lieb­lings-Klub, den ich gern besu­che. Aber ich bin auch in ande­ren Klubs unter­wegs, war letz­tes Jahr noch bei den Esse­nern und Dort­mun­dern. Das mache ich, um nicht nur vor Leu­ten zu spre­chen, die ich ken­ne, son­dern mutig vor völ­lig neu­en Publi­kum zu reden. Das hat mich enorm wei­ter­ge­bracht.

Ich kann nur emp­feh­len, auch mal ande­re Klubs zu besu­chen. Zu schau­en, wie reagiert ein unbe­kann­tes Publi­kum? Bin ich schon so selbst­si­cher, dass es mir egal ist, oder habe ich noch Luft nach oben? Ich erin­ne­re mich noch, dass ich beim ers­ten Mal in Dort­mund, obwohl ich in mei­nem Klub sicher war, plötz­lich wie­der ange­fan­gen habe zu zit­tern. Aber die­se Erfah­rung macht einen wirk­lich selbst­si­che­rer.

Das ist ein tol­ler Tipp, beson­ders für vie­le Selbst­red­ner bei uns, die eher Heim­red­ner sind und meis­tens nur in ihrem Klub spre­chen. Wie wür­dest Du uns über­zeu­gen, zum Bei­spiel mit einem Argu­ment, dass wir mal zu euch nach Bochum zum Klub­tref­fen kom­men?

Dan­ke für die Fra­ge, Robin. Ich möch­te nicht, dass sofort alle nach Bochum kom­men, son­dern erst ein­mal hier in Müns­ter ihre Basis fes­ti­gen. Wenn ihr hier sicher seid und merkt, dass ihr den nächs­ten Schritt gehen wollt, wäre Bochum die per­fek­te Gele­gen­heit, mal zu besu­chen. Dort könnt ihr sehen, wie wir einen Abend gestal­ten und vor allem Feed­back aus einer neu­en Per­spek­ti­ve bekom­men.

Jeder Klub hat eine eige­ne Dyna­mik und eine eige­ne Art zu spre­chen. Wenn ihr ande­re Klubs besucht und Feed­back ein­holt, bekommt ihr neue Impul­se und Blick­win­kel, die euch vor­an­brin­gen.

Dan­ke Dir für Dein Feed­back und die Ein­bli­cke, sowohl bei Dei­nen letz­ten Besu­chen bei uns als auch heu­te im Inter­view.

Dan­ke, Robin.


Das war unser Inter­view mit Dani­el – vie­len Dank für die offe­nen Ein­bli­cke und die inspi­rie­ren­den Gedan­ken! Die­ses Inter­view fand zwi­schen Robin und Dani­el vor Live-Publi­kum auf der Büh­ne des Zim­mer­thea­ters statt. Anschlie­ßend wur­de es tran­skri­biert, über­ar­bei­tet und von Dani­el für die exklu­si­ve Ver­öf­fent­li­chung auf der Web­site von Selbst­re­dend! Müns­ter Toast­mas­ters frei­ge­ge­ben.

Wir bedan­ken uns herz­lich bei unse­rem Gast aus Bochum für die ehr­li­chen Ant­wor­ten und die inspi­rie­ren­den Impul­se. Falls ihr mehr über den „Speaker’s Jam“ erfah­ren wollt oder Lust habt, mal ande­re Klubs zu besu­chen, sprecht uns gern an. Bleibt mutig und erwei­tert eure Kom­fort­zo­ne – das bringt euch als Redner*innen enorm wei­ter!