Anouar, wenn ich an Dich denke, sehe ich Dein breites Grinsen und einen goldenen Pokal in der Hand für den ersten Platz beim Wettbewerb der „Humorvolle Reden“. Wenn Du an diesen Moment zurückdenkst, was empfindest Du?
Das Gefühl, den ersten Platz für humorvolle Reden zu gewinnen, war einfach grandios. Es hat richtig im ganzen Körper gekribbelt. So einen Pokal hatte ich vorher nie gewonnen. Da wurde mir klar: Das ist meins, ich bin richtig heiß auf Wettbewerbe. Eine Erfahrung, die ich erst durch den Beitritt zu unserem Selbstredend-Klub gemacht habe. Die Wettbewerbe kann ich jedem empfehlen. Auch wenn manche keine Lust auf Wettbewerbe haben, ist es eine großartige Möglichkeit, sich mit anderen zu messen und von ihren Reden zu lernen. Das ist für mich eine sehr bereichernde Erfahrung.
Deine Veranstaltungen bei Selbstredend Münster sind ja oft sehr humorvoll. Begleitet Dich dieser Humor auch im Privaten?
Humor begleitet mich definitiv auch privat. Das war mir lange gar nicht so bewusst, aber nachdem mir mehrere Klubmitglieder Feedback gegeben haben, wurde es mir klarer. Deshalb übernehme ich oft die Rolle “Joke of the Evening”, den “Witz des Abends”. Es macht mir einfach Spaß, meine humoristischen Fähigkeiten zu erweitern und zu lernen, wie ich Witze gut vermitteln kann. Das braucht zwar Mut, aber genau diesen Raum will ich nutzen, um diesen Skill zu verbessern.
Der Witz des Abends ist eine Rolle, die viele bei uns nicht gerne ausfüllen. Wie weißt Du, dass Dein Witz auch wirklich funktioniert? Hast du eine Art Formel?
100 Prozent sicher bin ich mir nie, aber ich plane in jeder Rede drei bis vier humorvolle Momente ein, die mein Publikum zum Grinsen bringen sollen. Das ist für mich wichtiger als Storytelling oder Tipps. Wenn ein Witz mal nicht zündet, kommt gleich der nächste. Ich versuche, dass die Witze stets zum Thema passen und die Leute dadurch schmunzeln können. Bei der Vorbereitung lache ich oft selbst über meine Witze. Wenn ich mich selbst zum Lachen bringe, ist das ein gutes Zeichen, dass auch das Publikum mitmacht.
Das ist ein wertvoller Tipp: Wenn man selbst über seine Rede lachen kann, klappt es meistens auch mit dem Publikum. Gibt es denn noch weitere Hinweise, wie man humorvolle Reden gut aufbaut?
Witze sollten immer mit dem eigentlichen Inhalt der Rede „mitschwimmen“ und eine Verbindung zum Publikum haben. Man kann sich selbst in die Rolle des Zuhörers versetzen und prüfen, ob der Witz ankommt. Außerdem ist wichtig, eine Gemeinsamkeit mit dem Publikum herzustellen, damit der Humor verstanden wird. So fühlt sich niemand ausgeschlossen und alle haben Spaß.
Was war für Dich bisher das lustigste Erlebnis bei Selbstredend Münster Toastmasters?
Das war definitiv der Moment beim internen Wettbewerb, als ich den Witz über meine “Tante aus Marokko” erzählte. Die Herausforderung war, deutsche Zuhörer mit marokkanischem Humor zum Lachen zu bringen. Ich habe versucht, eine Gemeinsamkeit zu finden, damit der Witz funktioniert. Besonders schön war, dass Peter, der vorne saß, gar nicht mehr aufhören konnte zu lachen. Das sind genau die wertvollen Momente, die uns hier eine Auszeit vom Alltag schenken – einfach Spaß haben und lachen.
Danke Dir, Anouar. Das klingt nach Spaß mit Anspruch – Humor auf den Punkt.
Das war unser Interview mit Anouar – vielen Dank für die offenen Einblicke und die inspirierenden Gedanken! Dieses Interview fand zwischen Robin und Anouar vor Live-Publikum auf der Bühne des Zimmertheaters statt. Anschließend wurde es transkribiert, überarbeitet und von Anouar für die exklusive Veröffentlichung auf der Website von Selbstredend! Münster Toastmasters freigegeben.
Wir danken Anouar für seine offenen Worte und den Einblick in seine humorvolle Welt. Wer sich beim nächsten Klubabend traut, den „Joke of the Evening“ zu übernehmen oder einfach mal bei einem Wettbewerb mitmachen will, dem empfehlen wir, sich von Anouars Begeisterung anstecken zu lassen. Bei Selbstredend Münster Toastmasters lachen wir nicht nur, wir lernen auch dabei!

