„Spaß mit Anspruch“ – Ein Inter­view mit Olaf Zer­fow­ski

24. Dezember 2025

Olaf ist seit vielen Jahren Mitglied bei Selbstredend. Er engagiert sich nicht nur aktiv als Club Officer, sondern ist auch in der Organisation und im IT-Support unverzichtbar. Olaf gibt uns spannende Einblicke, wie er das Klubmotto „Spaß mit Anspruch“ lebt, warum er immer wieder gerne zu den Klubabenden kommt und welche Ziele er mit Toastmasters verfolgt.

Geschrieben von Robin

am 24. Dezember 2025

Lie­ber Olaf, Du bist eines der dienst­äl­tes­ten Mit­glie­der bei Selbst­re­dend. Das Mot­to unse­res Klubs lau­tet „Spaß mit Anspruch“. Was fällt Dir dazu ein?

Das Mot­to wird mir zuge­schrie­ben – ich hät­te es mit erfun­den. Mir ist wich­tig, dass wir ab und zu mal die rech­te Hand neh­men, nicht hoch­he­ben, son­dern über die lin­ke Schul­ter füh­ren und ein­fach sagen: „Gut gemacht!“. Genau das erle­be ich hier immer wie­der an den Klub­aben­den – wir leben die­ses Mot­to, indem wir in den Reden Humor zulas­sen und eine gewis­se Locker­heit zei­gen. Das gelingt nicht immer, aber sehr oft – und das freut mich sehr. Ich möch­te, dass wir genau dabei blei­ben.

Ver­bin­dest Du mit „Selbst­re­dend“ noch ande­re Begrif­fe als „Spaß mit Anspruch“?

Für mich steht „Selbst­re­dend“ vor allem für Selbst­be­wusst­sein. Aber nicht im klas­si­schen Sin­ne von „Ich bin selbst­be­wusst“, son­dern dass ich mir mei­ner selbst bewusst bin. Manch­mal ste­he ich auf der Büh­ne und hebe unbe­wusst den Fuß, wofür ich mal von Peter, einem ehe­ma­li­gen Mit­glied, Feed­back bekom­men habe. Dann mer­ke ich, ich füh­le mich gera­de rich­tig wohl. Das war mir vor­her nicht bewusst, aber durch das Feed­back wur­de ich mir des­sen gewahr. Das ist das, was ich an unse­rem Klub schät­ze – wir geben und neh­men Feed­back, wir hören es uns an und wer­den dadurch selbst­be­wuss­ter. Die­ses Bewusst­sein wächst durch regel­mä­ßi­ges Feed­back und ist für mich eng mit „Selbst­re­dend“ ver­bun­den.

Und noch ein Begriff, der Dir zu Selbst­re­dend ein­fällt?

Pau­sen – gute, schö­ne Pau­sen. Statt Füll­wör­ter zu ver­wen­den, set­zen wir bewusst Pau­sen ein. Das üben wir immer wie­der, und es ist etwas, das mir sehr wich­tig ist.

Du bist schon sehr lan­ge dabei und enga­gierst Dich auch im Vor­stand und IT-Sup­port. War­um machst Du das? Hät­test Du nicht auch ande­res zu tun?

Es gäbe natür­lich ande­re Din­ge, aber ich ent­schei­de mich bewusst, hier­her zu kom­men. War­um? Weil ich bei jedem Klub­abend etwas mit­neh­me. Zum Bei­spiel den Tipp des Abends, den ich heu­te erhal­ten habe – eine Inter­view­tech­nik, die ich ler­nen und anwen­den kann. Das treibt mich an.

Durch die regel­mä­ßi­ge Teil­nah­me und Arbeit im Vor­stand habe ich Kom­pe­ten­zen ent­wi­ckelt, ohne dass ich mit der Absicht gekom­men bin, die­se zu erler­nen. Zum Bei­spiel bin ich heu­te Füh­rungs­kraft, und das ver­dan­ke ich unter ande­rem den Erfah­run­gen hier. Dafür bin ich sehr dank­bar. Des­halb möch­te ich auch immer wie­der etwas zurück­ge­ben.

Du hast schon vie­le Reden gehal­ten. Was war Dein Ziel, als du zu Toast­mas­ters gekom­men bist? Hast Du es erreicht?

Ich hat­te zwei Inten­tio­nen: Zum einen woll­te ich Spaß auf der Büh­ne haben. Als Jugend­li­cher habe ich jon­gliert und stand oft auf Büh­nen. Dabei habe ich gemerkt, dass das Jon­glie­ren an sich das Publi­kum nicht fes­selt – aber wenn ich eine Geschich­te dazu erzäh­le, dann haben die Leu­te Spaß. Genau das woll­te ich hier wie­der­fin­den: Spaß auf der Büh­ne.

Zum ande­ren woll­te ich Feed­back geben und neh­men ler­nen. Im Berufs­le­ben hat­te ich wenig Feed­back bekom­men, und ich woll­te ler­nen, wie man kon­struk­ti­ves Feed­back gibt. Das war anfangs sehr schwer, gera­de kri­ti­sches Feed­back zu for­mu­lie­ren. Aber ich habe durch Selbst­re­dend gelernt, damit umzu­ge­hen. Und ich bekom­me heu­te oft gesagt: „Olaf, du machst das schon ganz gut.“ Also habe ich offen­sicht­lich etwas erreicht.

Wie sieht es abseits der Büh­ne aus? Gibt es da etwas, was Du von der Büh­ne mit­neh­men kannst?

Ich habe das The­ma Small­talk auch schon ange­spro­chen. Da sehe ich noch viel Poten­zi­al bei mir. Auf der Büh­ne füh­le ich mich sicher, ich weiß, was ich sagen will. Aber auf Par­tys oder bei neu­en Leu­ten fällt es mir schwer, den ers­ten Schritt zu machen. Ich ste­he oft da und den­ke: „Was soll ich jetzt sagen?“ Des­halb kom­me ich auch immer wie­der zu Toast­mas­ters, um genau das zu üben.

Das klingt nach einem guten Plan. Wir ver­su­chen, Dir zukünf­tig den Rücken für das Tech­ni­sche frei­zu­hal­ten, damit Du den Small­talk bes­ser üben kannst.

Das freut mich sehr, dan­ke!

Zum Schluss: Selbst­re­dend 2026 – was wünschst Du Dir für den Klub?

Ich wün­sche mir eine sta­bi­le Mit­glie­der­zahl. Ich wün­sche mir, dass sich die Klub­aben­de wie­der selbst orga­ni­sie­ren, also dass die Mit­glie­der nicht erst gefragt wer­den müs­sen, ob sie eine Rol­le über­neh­men, son­dern sich aktiv mel­den und ein­tra­gen. Wenn der Orga­ni­sa­tor nur noch sagen kann: „Super, die Agen­da ist voll, wir haben einen schö­nen Abend“, dann haben wir ein tol­les Ziel erreicht.


Das war unser Inter­view mit Olaf – vie­len Dank für die offe­nen Ein­bli­cke und die inspi­rie­ren­den Gedan­ken! Die­ses Inter­view fand zwi­schen Robin und Olaf vor Live-Publi­kum auf der Büh­ne des Zim­mer­thea­ters statt. Anschlie­ßend wur­de es tran­skri­biert, über­ar­bei­tet und von Olaf für die exklu­si­ve Ver­öf­fent­li­chung auf der Web­site von Selbst­re­dend! Müns­ter Toast­mas­ters frei­ge­ge­ben.

Wir freu­en uns immer über neue Gesich­ter – ob als Gast zum Rein­schnup­pern oder als zukünf­ti­ges Mit­glied. Komm ein­fach zu einem unse­rer Klub­aben­de vor­bei und erle­be selbst, was „Spaß mit Anspruch” bedeu­tet. Viel­leicht bist Du ja unser nächs­ter Inter­view­gast? Wir freu­en uns auf Dich!